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Dominique Valentin ist Schauspielerin, Regisseurin, Schriftstellerin und Sängerin. Geburtsort: Vichy (Frankreich). Sie besteht ihr Abitur in Clermont-Ferrand und fährt mit dem Zeugnis in der Tasche nach Paris, wo sie sich 1969 in die Schauspielschule Charles Dullin einschreibt.

Bevor sie 1970 von Ariane Mnouchkine als Schauspielerin engagiert wird und sich sechs Jahre lang auf das Abenteuer des "Théâtre du Soleil" einlässt, hat Dominique Valentin schon einige Bekanntschaft mit der Bühne gemacht. Mit zwanzig Jahren spielt sie "Zerbinette" in "Scapins Streichen" von Molière und "Die Schülerin" in Eugène Ionescos "Unterrichtsstunde".
Dominique Valentin beendet ihre erfahrungsreiche Zeit am Théâtre du Soleil mit einer großen, berühmt gewordenen Tournee von "l'Age d'Or", während der sie unter anderem am Piccolo Theater von Mailand, der Biennale von Venedig und beim "Theater der Welt" 1975 in Warschau auftritt. Ihre Darstellung von "Lou la Grosse", der Monolog einer monströsen Englischlehrerin, bleibt für alle, die ihn sahen, ein unvergessliches Theatererlebnis.

In den Jahren 1976 et en 1977 spielt sie in mehreren Filmen : "L'Affiche Rouge" (Prix Jean Vigo) und "La Chanson de Roland" von Frank Cassenti, sowie "La Barricade du Point du Jour" von René Richon.
Sie ist Regiemitarbeiterin bei der "Gruppo della Rocca" für das Theaterstück "Pulchinella Capitano del Popolo", das in Rom und allen italienischen Provinzen aufgeführt wird sowie beim Staatstheater Wiesbaden für "Die Brautwerber von Loches" von Georges Feydeau.

Die Schauspielerin Dominique Valentin wird auch Regisseurin und Theaterautorin.
Sie unterschreibt ihre erste Regie 1978 in Antwerpen: "Wisselstuk" (Wechselstück), ein Theaterstück über das Gesundheitswesen. Die Autorinnen sind Marianne van Kerkhoven und Dominique Valentin. Das Stück geht auf mehrere Tourneen in Belgien und Holland und findet eine enthusiastische Aufnahme bei Publikum und Kritik: "Eine theatralische Glanzleistung" Knack. "Das Stück ist ein Höhepunkt des Theaters. Jeder Schauspieler spielt über dem Niveau, auf dem man ihn bisher glaubte. Es war eine fehlerlose Inszenierung" De Nieuwe. "Ein literarisches Werk ersten Ranges. Wer den Abend nicht sah, hat etwas versäumt" Rood.
Sie arbeitet noch einmal mit Marianne van Kerkhoven zusammen und verfasst mit ihr ein Stück über das Leben einer Akkordeonistin: "La Vie de Denise Letourneur", das sie 1979 in Paris inszeniert.

1981 fliegt Dominique Valentin nach Amerika, in den Wilden Westen, auf den Spuren von Calamity Jane. Sie fährt durch die Geisterstädte des Wyomings, durch Montana, das Yellowstone Valley und die Black Hills...

Zurück in Paris, widmet sie sich abwechselnd dem Schreiben und dem Inszenieren : "Miss Martha Jane Cannary dans le rôle mélodramatique de Calamity Jane", der letzte Tag einer Alkoholikerin in einem Saloon von Deadwood, South Dakota, verfasst 1984.

"Le Dernier Voyage", geschrieben 1984 und inszeniert 1985 im Théâtre A. Déjazet von Paris: "Eine Lehrstunde des Theaters, stark, zart, einzigartig, erfrischend, unerhört neu" Michel Cournot - Le Monde.  "Dominique Valentins Stück ist innovativ in seinen Prämissen und seiner Darstellung...ihre Absicht war, die sozialen Tabus herauszufordern, von denen die Liebe und die sexuellen Beziehungen der Alten betroffen werden...sie hat eine positive Sicht auf diese Liebe, und das ist so ungewöhnlich und so unerwartet, dass es unsere Tabus wahrhaftig auf die Probe stellt..." Celita Lamar in "Our Voices, Ourselves", Peter Lang, New York 1991.

"Ein Bericht für eine Akademie" von Franz Kafka, übersetzt und inszeniert 1987 im Amphitheater Richelieu der Sorbonne. In diesem Text über die menschliche Anpassung ließ Dominique Valentin einen redenden Affen durch die Tür der Professoren in den großen, nach Richelieu benannten Hörsaal der Sorbonne auftreten. Eine Aufführung von «einer beeindruckenden, fast beklemmenden Intensität" Wolkenkratzer.

"Edouard VIII, Duc de Windsor" : ein 1988 geschriebenes Historiendrama über die "Liebesgeschichte des Jahrhunderts" zwischen dem Prinzen von Wales und der Amerikanerin Wallis Simpson vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs.

Dominique Valentin lernt in Paris den amerikanischen Komponisten und Pianisten Chris Biehl kennen, der sie darum bittet, seine Lieder zu singen. Er begleitet sie am Piano in seinem Liederabend "Burning Love". Beim Festival Printemps de Bourges 87 tritt Dominique zum ersten Mal als Sängerin auf die Bühne. 1989 interpretiert sie den Abend im Théâtre A. Déjazet in Paris.

Im selben Jahr schreibt sie das Drehbuch eines Kurzfilms, "Lettre à ma Fille", das vom Selbstmord einer alten Schauspielerin inspiriert wurde, und ein Jahr später übersetzt sie mit Benjamin Korn "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler ins Französische.
1990 dreht sie einen Dokumentarfilm über die Erinnerungen eines Schulfreundes von Paul Celan: "Souvenirs de Siegfried Trichter".

In all diesen Jahren verzichtet Dominique Valentin keineswegs auf ihren Beruf als Schauspielerin. Sie spielt 1979 in der "Dreigroschen Oper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill im Théâtre des Bouffes du Nord in Paris, inszeniert von Hans Peter Cloos, und 1983 und 1984 im Kölner Schauspielhaus in "Der Streit" von Marivaux, Regie: Benjamin Korn. Sie erhält für ihr Spiel begeisterte Kritiken: "Großes Theater das !" Peter von Becker, Theater Heute.

"Ein lawinenartiger Überfall von Kunst" "Theater, ein Fest !" "Grandios !" "Ein Wunder" "Eine französische Edith Clever" "Eine Offenbarung perfekter Schauspielkunst", so überschlugen sich die Kritiker der Zeitungen zwischen Wien und Frankfurt, Düsseldorf und Dresden, Budapest und Berlin, als Dominique Valentin 1992 mit "Mademoiselle Else" ( Fräulein Else) von Arthur Schnitzler auf Tournee ging, ein Monolog, der 1991 auf dem Festival du Théâtre Français von Saarbrücken Premiere hatte und den sie anschließend zwei Monate lang vor ausverkauftem Haus im Théâtre de l'Athénée-Louis Jouvet in Paris spielte.

Unter den Zuschauern: der Komponist M. Philippe-Gérard, der Filmmusiken für Alain Resnais und Lieder für die "Großen" dieses Jahrhunderts geschrieben hatte, für Edith Piaf, Yves Montand, Frank Sinatra, Nat King Cole und Marlene Dietrich. Er macht Dominique Valentin nach der Vorstellung den Vorschlag, seine Chansons zu singen. M. Philippe-Gérard : "Ich habe nicht nur eine Sängerin gesucht, sondern eine Schauspielerin, eine Tragödin, eine Stimme!" Das Ergebnis : der Liederabend "Le Feu, le Noir". Kompositionen zu Texten von Jacques Prévert, Nazim Hikmet, Eugène Guillevic, Rainer-Maria Rilke, Jean Cocteau...
Etienne Roda-Gil schreibt für sie, nach mehreren Begegnungen in der Closerie des Lilas, "Chaque Matin", und Michel Rivgauche, der Textdichter von "La Foule" für Edith Piaf, vertraut ihr "La Chanson Inachevée" an. Es folgt eine Tournee durch Europa, mit der sie 1995 am Schauspielhaus Bochum, am Düsseldorfer Schauspielhaus, an der Alten Oper Frankfurt, in der Heidelberger Oper, im Ronacher Etablissement von Wien, beim 100jährigen Jubiläum der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden und 1996, im Rahmen der Berliner Festspiele, im Renaissancetheater von Berlin gastiert. Der Kritiker der Westdeutschen Allgemeinen schwärmt von "dieser wundervollen Stimme, die keine Grenzen zu kennen scheint, und die aus einer jungen Französin spricht, die eine ebenso begnadete Sängerin wie Schauspielerin ist."

Im Rahmen der Festspiele liest sie, eingeladen vom Literaturhaus Berlin, zusammen mit dem Schauspieler Thomas Thieme Passagen aus ihrem ersten Roman "Die Schickse". "Ein großer Wurf, spannend, sinnlich, niemals wehleidig und voller Liebe" Berliner Morgenpost.
Dann folgt sie folgt einer Einladung ins Literaturhaus Hamburg, wo sie zusammen mit dem Schauspieler Michael Weber Ausschnitte aus ihrem Roman liest.
"Die Schickse ist ein großer, packender Roman über die Liebe einer Nichtjüdin und eines Juden und über die Reaktion seiner Familie, die diese Verbindung vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und des Holocaust nicht akzeptieren will und die nun mit allen Mitteln versucht, die Heirat zu verhindern," heißt es im Begleittext des Verlags Schöffling und Co.
Beim Erscheinen des Buches sendet das Erste Deutsche Fernsehen (ARD) in seiner Literatursendung Titel, Thesen, Temperamente ein Interview mit Dominique Valentin. Barbara von Becker schreibt in der Süddeutschen Zeitung: "Zwischen Lachen, Entsetzen und Betroffenheit hält Dominique Valentin ihre Leser bis zum Schluss gefangen. Die Komposition, die plastische Beschreibungs- und Fabulierkraft dieses über zweihundert Seiten in großem Bogen, wie in einem Atem durchgeschriebenen Textes hat große literarische Qualitäten."

"Die Schickse", 1996 von Schöffling und Co. in Frankfurt am Main herausgegeben, wurde 1997 von der Büchergilde Gutenberg neu aufgelegt, erschien im selben Jahr in Holland bei Van Gennep und 1998 im Piper Taschenbuchverlag.

Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin und Schriftstellerin, inszeniert Dominique Valentin mit Benjamin Korn 1995 "Torquato Tasso" von Goethe am Zürcher Schauspielhaus, ein Stück, das 1997 zu den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden eingeladen wird. "Maßstabsetzend ! Ein Höhepunkt der diesjährigen Maifestspiele, ein selten gewordenes Theaterfest" Frankfurter Allgemeine Zeitung.

1996 interpretiert Dominique Valentin für das Radio France Culture, unter der Leitung von Jean-Baptiste Para, Gedichte von Gottfried Benn.
Im selben Jahr schreibt sie ihren zweiten Roman, "Le Fax", ein Text über das Paris von heute, den sie 1997 beendet : nicht das Paris der Salons, der Laufstege, der Luxusboulevards und der Parfümindustrie, sondern das Paris der Armenviertel, des Schmutzes, das Paris der Rassen und Hautfarben, das Paris der vergessenen Winkel und der verrauchten Cafés, das Paris der Krankenhäuser und der Verkehrsstaus, das Paris der Massenstreiks, Paris fin de Siècle, Paris : Chaos.

Inmitten dieses Feuerwerks inszeniert Dominique Valentin:
"Kabale und Liebe" von Schiller am Zürcher Schauspielhaus, 1998. "Kurzweilige dreieinhalb Stunden. Und so modern !" Düsseldorfer Handelsblatt. «Sinn und Schauer, Form und Furor...» Frankfurter Allgemeine Zeitung.

"Drei Mal Leben" von Yasmina Reza am Schauspielhaus Düsseldorf, 2001. "Die Aufführung: himmlisch!" Bild. "Ein präziser Geniestreich" Rheinische Post.

Im Jahr 2002 schreibt Dominique Valentin das Theaterstück « Allô, Céleste !».
Eine berühmte Schauspielerin, die nach einem misslungenen Mordanschlag lebendig begraben wurde, versucht, sich mit Hilfe ihres Handys aus dieser alptraumartigen Situation zu befreien. Eine schwarze Komödie über die Flüchtigkeit des Lebens und die Einsamkeit in einer Welt der Hyperkommunikation.

Das Stück « Allô, Céleste !» wurde 2003 im Suhrkamp Theaterverlag unter dem deutschen Titel « Friedhof Montparnasse » übersetzt und herausgegeben.
Das German Theatre Abroad veranstaltete eine Lesung in Berlin.

Dominique Valentin interpretiert 2005 die Rolle der "Schauspielerin" in ihrem Stück « Allô, Céleste !» im Theater Petit Hébertot in Paris. "Die Sprache von « Allô, Céleste !» ist von größter Schönheit, lakonisch, witzig, bissig, sie überstürzt sich wie eine Lawine" Paris First Class. "Das Stück ist originell und äußerst modern. Und Dominique Valentin ist wirklich eine sehr große Schauspielerin !" Die Theaterkritikerin Odette Cournot.

Im Jahr 2006 erscheint « Allô, Céleste !» in der Anthologie des modernen Theaters "Spectaculum 76" im Suhrkamp Verlag unter dem Titel « Friedhof Montparnasse ».

Dominique Valentin realisiert, in Zusammenarbeit mit dem Graphiker David Laranjeira und dem Webmaster Raphaël Dunand, im Jahr 2007 ihre Website: http://www.dominiquevalentin.com/

Dominique Valentin ist 2008 Mitglied der Jury des Internationalen Theaterfestivals NRW (Nordrhein-Westfalen) in Bonn.

2009 findet am Theater Ulm die deutsche Erstaufführung von Dominique Valentins « Allô, Céleste !»  unter dem Titel « Friedhof Montparnasse»  statt. Die Titelrolle interpretiert Christel Mayr in der Inszenierung von Andreas von Studnitz.

Dominique Valentin gründet im Jahr 2010 ihre eigene Produktionsfirma für Theater, Film und Musik: VALENTIN PRODUCTIONS.

2014 ist Dominique Valentin Drehbuchautorin und Regisseurin ihres ersten Kurzfilms « Lettre à ma Fille » ("Brief an meine Tochter") mit der Schauspielerin Judith Magre in der Titelrolle. (Produktion "House on Fire"- Fred Bellaïche)
Am 12. Dezember 2015  : Voraufführung von « Lettre à ma Fille » im Kino Les 3 Luxembourg in Paris.
Im November 2016 wird « Lettre à ma Fille » zum Wettbewerb der Internationalen Französischen Filmtage Stuttgart/Tübingen eingeladen.
Am 12. April 2017 : Voraufführung von « Lettre à ma Fille » im Cinema Farnese in Rom, Italien. Präsentation Giuliano Montaldo.

Im Jahr 2017 schreibt Dominique Valentin ein satirisches Theaterstück, « La Promenade », über die Vorurteile.